Jesuiten in Berlin

 

Neben der Jesuitenkommunität am Canisius-Kolleg gibt es noch das Ignatiushaus mit der Pfarrei St. Canisius und dem Forum der Jesuiten, das Altenheim der Jesuiten in Kladow sowie die Kommunität in der Naunynstr. in Kreuzberg.

Geschichte der Gesellschaft Jesu in Berlin

Die Geschichte der Gesellschaft Jesu in Berlin kann sich nicht vergleichen mit der Historie der großen alten Orden; der Zisterzienser, die das Land urbar machten, ihm Bildung und Kultur brachten; oder mit dem Wirken der Dominikaner und Franziskaner; auch sie haben schon in vorreformatorischer Zeit vor allem in Brandenburgischen Städten ihre Geschichte, und damit auch im alten Berlin. Die Jesuiten taten sich lange Zeit schwer in und mit dieser Stadt. Erste Kontakte gab es wohl schon vor 1773 - den Anlaß dazu boten geheime Seelsorgeaufträge bei den wenigen Katholiken, die man zum Militärdienst in die preußische Armee gezwungen hatte.(1) 1773 ist jenes Jahr, in dem unter Papst Klemens XIV. der Bau der Hedwigskirche erfolgte. Es ist der gleiche Papst, der im gleichen Jahr auf Druck vor allem der französischen Bourbonen und der Portugiesen die Gesellschaft Jesu aufhebt. Weil die russische Zarin Katharina und König Friedrich II. von Preußen in ihren Ländern das päpstliche Aufhebungsdekret nicht veröffentlichen, kann der Orden in diesen Ländern weiterbestehen, in Preußen wenigstens noch für ein paar Jahre. Aufschlußreich eine Notiz aus der königlichen Kanzlei, die man zu diesem Ereignis in den Quellen findet. Danach schrieb Friedrich II: "Ich meines Teils rechne es mir zur Ehre an, die Trümmer dieses Ordens in Schlesien aufzubewahren, so sehr ich auch ein Ketzer bin. Mit der Zeit wird man in Frankreich die Verbannung dieses Ordens empfinden, und in den ersten Jahren wird die Erziehung der Jugend darunter leiden. [...] Wenn Sie es verlangen, will ich Ihnen beweisen, daß bei der Vertreibung nur Eitelkeit, geheime Rachsucht, Kabalen und endlich Eigennutz alles getan haben. Nicht so die ehrlichen Jesuiten und Patres, für welche ich nun einmal eine verwünschte Zärtlichkeit hege." (2)

(1) L.Jablonski, Geschichte des fürstbischöflichen Delegaturbezirks Brandenburg und Pommern, Breslau 1929, Bd.l S.77

(2) zitiert nach: Schuchert/Schütte, die Kirche in Geschichte und Gegenwart, Bonn 1969, S.452

 

   
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