Petrus Canisius

 

Biographie

08.05.1521


Peter Kanis wird in Nimwegen geboren. Nimwegen gehört politisch und ökonomisch zur Kölner Diözese. Vater ist der Jurist Jakob Kanis, Mutter die Apothekertochter Ägidia von Houweningen, die fünf Jahre nach der Geburt von Peter stirbt. Die Erziehung der drei Kinder Peter, Philippa und Wendel übernimmt die Stiefmutter, Wendel van der Bergh.

18.01.1536 Immatrikulation an der Artistenfakultät der Universität Köln, 1539 Lizenziat, d.h. die Erlaubnis, öffentliche Vorlesungen zu halten.
25.02.1540 Nach einem kurzen Aufenthalt in Löwen kehrt Kanis mit dem Entschluß, Priester zu werden, nach Köln zurück und legt das Zölibatsversprechen ab. Sein geistlicher Begleiter Nikolaus von Esche führt ihn u.a. in den Theologenkreis um die Mönche der Kölner Kartause ein, dem damals wichtigsten Zentrum katholischer Frömmigkeit und Aktivität.
13.06.1543 Priesterweihe in Köln
03.06.1543 Edition einer Sammlung deutscher Predigten des rheinischen Mystikers Johannes Tauler.
08.05.1543 Nachdem Kanis in Mainz den Jesuiten Peter Faber kennengelernt und bei ihm die großen Exerzitien gemacht hat, tritt er in den Jesuitenorden ein und legt die Gelübde ab. Noch im selben Monat gründet er in Köln die erste Nierderlassung des Ordens.
28.07.1544 Die Ordensniederlassung wird aufgelöst und als "Sekte" auf Betreiben des mit dem Protestantismus sympathisierenden Kölner Erzbischofs Hermann von Wied ausgewiesen. Kanis kann durch Vermittlung der Universität in der Stadt bleiben.
25.02.1546 Der Kölner Erzbischof Hermann von Wied wird von Kaiser Karl V. zum Rücktritt gezwungen. Auf dem Reichstag zu Worm hatte Kanis als Sprecher der Kölner Geistlichkeit bereits auf den Rücktritt des mit der Reformation sympathisierenden Bischofs gedrängt.
23./24.01.1547 Kanis trifft sich in Geislingen mit dem Bischof von Augsburg, Kardinal Otto Truchseß von Waldburg, und wird von ihm zum Trienter Konzil entsandt. Um diese Zeit beginnt er, die latinisierte Form seines Namens zu verwenden: Petrus Canisius.
September 1547 Ignatius holt Canisius nach Rom.
18.03.1548 Canisius reist mit neun weiteren Jesuiten nach Sizilien, um in Messina das erste Kolleg der Jesuiten zu gründen.
04.09.1549 Canisius legt als achter Jesuit in Rom vor Ignatius von Loyola in der Kirche Maria della Strada die Profeßgelübde ab. Wenige Stunden zuvor hatte eine seine berühmte Herz-Jesu-Vision.
04.10.1549 Theologische Promotion in Bologna.
13.11.1549 Zusammen mit den Mitbrüdern Claude Jay und Alfonso Salmeron trifft Canisius in Ingolstadt ein, um an der Universität zu dozieren.
18.10.1550 Canisius wird für ein halbes Jahr zum Rektor der Universität Ingolstadt gewählt.
28.02.1552 Canisius verläßt zusammen mit den übrigen Jesuiten Ingolstadt, weil die bayerische Regierung dort kein Jesuitenkolleg gründen will. Zuvor hatte König Ferdinand I. in einem Brief an Ignatius bereits erreicht, daß dieser Canisius nach Wien versetzt.
09.03.1552 Canisius trifft in Wien ein, wird Studienpräfekt der jungen Jesuiten in Wien, Hofprediger und Theologiedozent an der Universität.
03.11.1554 Papst Julius III. ernennt Canisius zum apostolischen Administrator von Wien, nachdem Ignatius in Rom durch intensive Interventionen verhindern konnte, daß Canisius Nachfolger des verstorbenen Wiener Bischofs Christoph Wertwein wird.
April 1555 Erste Ausgabe des "Großen Katechismus" für die Abschlußklassen von Kollegien und Universitäten.
07.12.1555 Gründung des Jesuitenkollegs in Ingolstadt. Kurz darauf veröffentlicht Canisius den "Kürzesten Katechismus" für den Religionsunterricht von Kindern und für das einfache Volk.
07.06.1556 Ignatius unterzeichnet das Schreiben, in dem Canisius zum Provinzial der neu eingerichteten Oberdeutschen Provinz ernannt wird.
08.07.1556 Eröffnung des Jesuitenkollegs in Prag. Weitere Kollegiengründung während des Provinzialates von Canisius: München (1560), Innsbruck (1562), Dillingen (1563), Trnava (1561), Würzburg (1567), Hall in Tirol (1569).
31.07.1556 Ignatius von Loyola stirbt. Seine Amtsgeschäfte führt Jakob Lainez, der durch die Generalkongregation zwei Jahre später zum neuen Generaloberen gewählt wird. Canisius reist im folgenden Jahr zweimal nach Rom, bis es am 2. Juli 1557 zur Wahl von Jocob Lainez zum neuen Ordensgeneral kommt.
Dezember 1556 bis März 1557 Canisius nimmt als Berater König Ferdinands I. am Reichstag in Regensburg teil und predigt in der Domkirche von Regensburg.
11.09.1557 Religionsgespräch in Worms mit Philipp Melanchthon. Die interkonfessionellen Gespräche werden wegen Meinungsverschiedenheiten unter den protestantischen Theologen ergebnislos abgebrochen.
Weihnacht 1558 erscheint in Köln erstmals der "Kleiner Katechismus für Katholiken" für Jugendliche in der mittleren schulischen Laufbahn.
Frühjahr 1559 Canisius setzt sich, von Polen aus anreisend, auf dem Reichstag zu Augsburg für das Festhalten "am sogenannten Geistlichen Vorbehalt" ein, der seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 vorsieht, daß in reichsunmittelbaren geistlichen Territorien der Regent beim Übertritt zur evangelischen Konfession die Regierung niederlegen soll und ein katholischer Nachfolger gewählt werden darf.
24.06.1559 Beginn der Predigttätigkeit und Seelsorge in Augsburg.
14.05.-20.06. 1562 Canisius ist auf Einladung von Kardinal Stanislaus Hosius auf dem Trienter Konzil. Dort setzt er in der Indexkommission eine Lockerung des strengen Bücherverbots durch, verteidigt den Priesterzölibat und setzt sich für die Freigabe des "Laienkelches" unter bestimmten Bedingungen ein. Später revidiert er die letztere Position.
03.02.1563 Canisius wird in die kaiserliche Reformkommission nach Innsbruck berufen, die die Spannungen zwischen Ferdinand I. und dem päpstlichen Konzilsdelegaten Giovanni Moirone beilegen hilft und so einen positiven Ausgang des Konzils ermöglicht.
November 1565 Canisius wird beauftragt, die Konzilsdekrete nach Deutschland zu bringen und in Deutschland bekannt zu machen. Im folgenden Jahr werden sie auf dem Reichstag in Augsburg, an dem Canisius teilnimmt, von den katholischen Ständen angenommen und ratifiziert.
31.06.1565 Franz Borgia wird zum neuen Generaloberen des Jesuitenordens gewählt. Canisius nimmt an der Versammlung in Rom teil.
31.05.1567 Franz Borgia übermittelt Canisius den Auftrag von Papst Pius V., eine Erwiderung auf die "Magdeburger Zenturien" zu schreiben, eine mehrbändige protestantische Kirchengeschichte, die den Nachweis versucht, daß die Papstkirche mit der apostolischen Tradition gebrochen habe.
05.04.1569 Franz Borgia setzt Paul Hoffäus als neuen Provinzial der Oberdeutschen Provinz ein.
23.04.1573 Eberhard Mercurian wird zum neuen Generaloberen gewählt. Canisius nimmt als Provinzdelegierter an der Generalkongregation in Rom teil.
Frühjahr 1578 Papst Gregor XIII. befreit Canisius von dem Auftrag, die Erwiderung auf die "Magdeburger Zenturien" zu vollenden. So bleibt es nur bei den beiden inzwischen erschienenen Bänden, den Monographien über Johannes den Täufer und über die Gottesmutter Maria. Der Dritte Band über Petrus kommt nicht zustande.
21.11.1580 Nach längeren Kontroversen mit Paul Hoffäus über die Zinsfrage (Canisius vertritt den Standpunkt, daß Zinsnahme Wucher sei) verläßt Canisius Dillingen und reist nach Freiburg in der Schweiz.
18.10.1582 Eröffnung des Schulbetriebs in Freiburg. Canisius widmet sich nach seiner Ablösung als Oberer der Seelsorge und seinem schriftstellerischen Werk.
21.12.1597 Canisius stirbt. Seine Verehrung setzt bald nach seinem Tode ein. 1864 wird er von Papst Pius IX. seliggesprochen, 1897 bezeichnet ihn Papst Leo XIII. in einer Enzyklika als "zweiten Apostel Deutschlands."
   
© 2011 Canisius-Kolleg GmbH __ Konzept & Design Dr. Florian Böhle __Finanzierung Canisius Kolleg Freunde und Förderer e.V. __ ALLROUNDER