Geschichte

Die eminente Bedeutung der Geschichtsbetrachtung für die Allgemeinbildung ist spätestens durch Cicero klar benannt worden: Historia magistra vitae (Cic., de oratore II, 9). Obgleich damit ja bereits alles gesagt ist, sollen hierzu einige Erläuterungen folgen:

Was wollen wir im Geschichtsunterricht erreichen? Das Ziel ist es nicht, wie gemeinhin angenommen, Schülerinnen und Schüler möglichst viele Jahreszahlen auswendig lernen zu lassen. Vielmehr  sollen diese befähigt werden, ihnen dargebotene Informationen und Zeugnisse der Vergangenheit schriftlicher, bildlicher oder sonstiger Art genau zu betrachten und aus der Entstehungszeit dieser Quellen heraus zu verstehen, historisch einordnen und beurteilen sowie ihre Erkenntnisse angemessen wiedergeben zu können (oder in der Terminologie des Rahmenplans: es geht um Analyse-, Urteils- und historische Narrationskompetenz). Dabei hilft einem naturgemäß auch ein grobes Netz aus Faktenwissen, in das neues Wissen eingewebt werden kann.  Zum tieferen Verständnis kann sowohl ein Blick auf die Entwicklungen im Laufe der Zeit helfen („diachroner Blick“), als auch auf gleichzeitige, in ihrer Anders- oder Gleichartigkeit bemerkenswerte Geschehnisse („synchroner Blick“); vergleichend wird dabei durch das Nachdenken über andere Kulturen oder Zeitumstände auch die Fähigkeit zur Reflexion eigener Zeitgebundenheit geschärft (Rahmenplan: [inter-]kulturelle Kompetenz und Selbstkompetenz).

Das Hauptanliegen unseres Geschichtsunterrichts ist es aber, die Schüler zu befähigen, angemessen kritisch mit den ihnen gebotenen Quellen umzugehen und diese nach bestimmten vorgegebenen oder auch selbst gewählten Kriterien zu beurteilen. Diese Fähigkeit ist grundlegend für ein fundiertes Selbst- und Weltverständnis und damit für ein verantwortungsvolles Handeln in der Gesellschaft als Bürger, also für den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.


Stundentafel

Klassenstufe


Anzahl der Stunden

7. Klasse

3

8. Klasse

2

9. Klasse

3

10. Klasse

2


Themenzuordnung

Aufgrund der schulischen Besonderheiten wird Geschichte am Canisius-Kolleg erst ab der 7. Klasse unterrichtet. Die Lehrinhalte sind, abgesehen von Schwerpunktsetzungen durch die Fachkonferenz, identisch mit den Vorgaben der Rahmenpläne. Diesen (s. Links) können auch Details entnommen werden.

Klassenstufe 7 / 8


Klassenstufe 9 / 10

Oberstufe

Griechische Antike

Römische Antike

Mittelalter


Renaissance

Konfessionelles Zeitalter

Absolutismus

Französische Revolution



Europa nach Napoleon

Industrielle Revolution

Politische Entwicklungen in Deutschland

Wilhelminismus und WK I

Weimarer Republik


Drittes Reich und WK II

Deutsche und internationale Nachkriegsgeschichte

Die Grundlegung der modernen Welt in Antike

und Mittelalter


Die Herausbildung moderner Strukturen in Gesellschaft

und Staat von der frühen Neuzeit bis

ins 19. Jahrhundert


Die moderne Welt und ihre Krisen: Demokratie

und Diktatur


Die bipolare Welt nach 1945


Sozialkundliche Aspekte werden, sofern sie stark gesellschaftlich orientiert sind, tendenziell vom Religionsunterricht abgedeckt, sofern sie politisch orientiert sind, naturgemäß vom Geschichtsunterricht (zum Beispiel: Entwicklung der Mitbestimmung, Verfassungen, Migration, Arbeitswelten, Menschenrechte).


   
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