Französisch

Das Canisius-Kolleg bietet als zweite moderne Fremdsprache in der Untertertia (8. Klasse) Französisch an.
Für die Schülerinnen und Schüler ist es – nach Englisch und Latein - die dritte Fremdsprache, was deutlich macht, dass das CK eine Schule mit einem sprachlichen Schwerpunkt ist.
Seit dem Schuljahr 2010/11 haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein unterschiedliches Französisch-Profil zu wählen. Sie können – wie bisher – in der Untertertia Französisch mit 5 Wochenstunden wählen. In der Obertertia und Untersekunda haben diese Schülerinnen und Schüler jeweils vier Wochenstunden Französisch. Diejenigen, die sich eher zu den Naturwissenschaften hingezogen fühlen, können Französisch mit NaWi-Profil wählen. Das heißt, sie haben in der Untertertia lediglich 3 Wochenstunden Französisch, jedoch zusätzlich zwei Wochenstunden NaWi, so dass auch sie die Voraussetzungen für den Wahlpflichtbereich (fünf Wochenstunden insgesamt) erfüllen. In der Obertertia und Untersekunda haben diese Schüler nur noch zwei Wochenstunden Französisch.

Warum Französisch?

Neben Englisch weitere Fremdsprachen zu beherrschen, erweist sich immer mehr als Schlüsselqualifikation. Der dreisprachige Europäer ist im 21. Jahrhundert Normalität. Das Canisius-Kolleg bietet Französisch an. Und dies aus vielerlei Gründen.
Neben den historischen und kulturellen Gründen sind es heute v.a. politische und ökonomische. Französisch ist eine der bedeutenden internationalen Sprachen: Ca. 200 Millionen Menschen sprechen weltweit Französisch, in vielen Ländern ist Französisch Amtssprache. Französisch ist Amts-und Arbeitssprache der Vereinten Nationen. So „ermöglicht die französische Sprache den Zugang zu den außereuropäischen Kulturräumen der Frankofonie und eröffnet damit ein größeres individuelles Handlungsspektrum in der globalisierten Welt“. (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin, Rahmenplan für die gymnasiale Oberstufe, Französisch, S. 9)
Frankreich ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die Sprache des Nachbarlandes zu beherrschen, ist hilfreicher, als Englisch als gemeinsame Sprache zu verwenden. Da jeder Bürger der Europäischen Union das Recht hat, in jedem Mitgliedsland zu leben und zu arbeiten, eröffnet diese Sprache die Möglichkeit, sich in Frankreich oder auch Belgien niederzulassen. Die Beherrschung dieser Sprache ist also ein weiterer Schlüssel zu wirklicher Mobilität innerhalb der EU.
Französisch ist eine klangvolle, schöne Sprache, die überdies klar und logisch ist wie alle romanischen Sprachen. Sie ist ein optimaler Ausgangspunkt für das Erlernen anderer romanischer Sprachen wie Spanisch oder Italienisch. Der oben zitierte Rahmenplan sagt hierzu folgendes: „Der Umgang mit der französischen Sprache schärft…..in besonderer  Weise das Bewusstsein für kulturelle und sprachliche Spezifika.“ (vgl. Rahmenplan, S. 9)

Stundentafel

1.   Französisch  Profilbereich

Klassenstufe

8

9

10

11

12

Wochenstunden

5

4

4

3/5

3/5


2. Französisch mit Profil NaWi

Klassenstufe

8

9

10

11

12

Wochenstunden

3

2

2

3/5

3/5


In der Qualifikationsphase (Jahrgänge 11 und 12) werden Grundkurse zu drei Wochenstunden und Leistungskurse zu fünf Wochenstunden angeboten. Die Schülerinnen und Schüler, die in der Untertertia (8. Klasse) Französisch mit Profil NaWi gewählt haben, werden am Ende der 10. Klasse den Spracherwerb nicht abgeschlossen haben. Realistisch ist daher für diese Schüler lediglich ein Grundkurs in der Qualifikationsphase. Dieser Grundkurs wird getrennt von den Grundkursen der Schülerinnen und Schüler mit Französisch Profil eingerichtet werden.


Eingeführte Lehrwerke

1. Französisch Profilbereich

Im Profilbereich Französisch arbeiten wir mit dem Lehrwerk „Passages“ vom Diesterweg-Verlag.
Abweichend von der Tradition lernen die Schüler im 1. Band  Länder der  Frankofonie kennen und stellen dadurch fest, dass Französisch eine global gesprochene Sprache ist. Erst in den weiteren Bänden wird ihnen Frankreich in seiner regionalen Vielfalt nahe gebracht. Einer Grundforderung des modernen Französischunterrichts wird dadurch Rechnung getragen, der der interkulturellen Kompetenz.
In der Mittelstufe (Klassen 8-10) werden die Bände 1 – 3 erarbeitet. Das Lehrwerk wird ergänzt durch umfangreiche Hör- und Bildmaterialien, Übungen sowie anschauliche grammatische Begleithefte.


2. Französisch mit NaWi-Profil

Als Französischlehrwerk für die Schüler der 8. Klasse, die sich für den Wahlpflichtbereich NaWi entscheiden, hat sich der Fachbereich Französisch für das Lehrwerk À plus! Méthode intensive vom Cornelsen-Verlag ausgesprochen. Dieses Lehrwerk ist für die 3. Fremdsprache konzipiert und zeichnet sich durch eine zügige Progression (v.a im Bereich des Grammatikerwerbs) aus, was der sehr geringen Wochenstundenzahl Französisch in diesem Wahlzweig entgegen kommt. Das Lehrwerk besteht aus drei Bänden: À plus! Méthode intensive 1, À plus! Méthode intensive 2 und `A  Plus! Méthode intensive 3 (Charnières), wobei letzterer erst die Spracherwerbsphase abschließt und bereits typische Oberstufenarbeitsformen beinhaltet. Als Begleitmaterialien stehen den Schülern Arbeitshefte (die sogenannten „Carnets d’activités“) mit weiterführenden Übungen und Grammatikhefte zur Verfügung.


3. Qualifikationsphase

In der Qualifikationsphase wird u.a. mit dem Lehrwerk „Horizons“ vom Klett-Verlag gearbeitet. Die Texte dieses Oberstufenbuches sind auf die im Rahmenplan geforderten Themen zugeschnitten. Zur Erarbeitung der Semesterschwerpunkte stellt der Kursleiter darüber hinaus eine Auswahl von fiktionalen und nichtfiktionalen Texten zusammen; Bild- und Filmmaterial ergänzen diese Auswahl.


Themen der Qualifikationsphase

1. Kurshalbjahr
f-1/F-1

Individuum und Gesellschaft

- Parcours de vie dans des  pays  
francophones/ Lebensläufe in
frankofonen   Ländern
- Histoires d’amour/Liebesgeschichten
- Vivre pour une idée/Für eine Idee
leben
- Vivre en marge de la  société/ Leben
am Rand  der Gesellschaft
- Des tournants dans la vie/
Wendepunkte im Leben

Abiturschwerpunkte
2012/2013




Histoires d‘amour

2. Kurshalbjahr
f-2/F-2

Nationale und kulturelle Identität

- La diversité    régionale/  Regionale
Vielfalt
- Immigration/Einwanderung
- La vie dans une société multi- 
culturelle/Leben in  einer
multikulturellen Gesellschaft
-  La France et l’Allemagne au cœur de
l’Europe/Frankreich und Deutschland
im Herzen Europas
-  Plurilinguisme et réalité linguistique en
Europe/Mehrsprachigkeit und Spra-
chenvielfalt in Europa
- La guerre/la résistance, la liberté/
Krieg, Widerstand, Freiheit





Immigration

3. Kurshalbjahr
f-3-F-3

Eine Welt – Globale Fragen

-  L’environnement/Umwelt und Umfeld
-  Tourisme/Tourismus

- Les conséquences de la mondialisation/
Die  Auswirkungen der Globalisierung
auf den Einzelnen und die Gesellschaft
-  La francophonie/Die Frankofonie
-  Visions d’avenir/Zukunftsvisionen









Visions d‘avenir

4. Kurshalbjahr
f-4/F-4

Herausforderungen der Gegenwart

-  Le monde du travail/Die Arbeitswelt
-  Le monde des médias/Die Welt der
Medien
-  Expériences limites/Grenzerfahrungen
- Les religions en France/Die Bedeutung
der Religionen in Frankreich
- Aspects actuels de la vie politique et
sociale/Aktuelle soziale und politische Fragen
und Entwicklungen



Le monde du travail

Pro Kurshalbjahr werden im Grundkursfach mindestens ein Unterthema und im Leistungskursfach mindestens zwei Unterthemen behandelt. Allerdings müssen die vom Senat vorgegebenen Abitur-Schwerpunkte dabei berücksichtigt werden, um die Schülerinnen und Schüler auf das Zentralabitur Französisch vorzubereiten.



Schulinternes Curriculum

Der Französischunterricht in der Mittelstufe und in der Qualifikationsstufe orientiert sich an den Rahmenlehrplänen der Berliner Schule. Das Lehrbuch ist in den Klassen 8 – 10 Grundlage des Unterrichts. Ziel ist ein möglichst vielfältiger, an modernen Unterrichtsformen orientierter Unterricht. Die Kommunikation in der Fremdsprache hat dabei Vorrang.  Die Orientierung am Lehrwerk garantiert die kontinuierliche Progression. Am Ende der 10. Klasse und damit vor dem Eintritt in die Qualifikationsphase schreiben die Schülerinnen und Schüler eine schulinterne gemeinsame Vergleichs- arbeit, die von Kollegen konzipiert wird, die nicht in der Jahrgangsstufe unterrichten.

Schulpartnerschaften

Das Canisius-Kolleg pflegt seit vielen Jahren eine Reihe von Schulpartnerschaften. Wir konnten im März 2011 30 Jahre Schüleraustausch mit unseren beiden Partnerschulen - dem Externat Sainte-Marie und dem Lycée Chevreul – feiern. Beide Schulen sind katholische Privatschulen im Herzen der Stadt Lyon. In der Regel fahren wir mit einer 10. Klasse hin. Dieser Kontakt ist der längste und auch der stabilste. Seit den 90er Jahren besteht auch ein Kontakt nach Avignon. Auch hier handelt es sich um zwei katholische Privatschulen: das Lycée Louis Pasteur und das Lycée Saint-Joseph. Mit einer 9. Klasse fahren wir schon seit einigen Jahren nach Straßburg. Unsere Partner- schule dort ist das Collège Episcopal Saint-Etienne. Im vergangenen Jahr haben wir auch eine alte Beziehung neu belebt: Saint Joseph de Tivoli in Bordeaux. All diese Kontakte machen es möglich, dass die Schülerinnen und Schüler, die Französisch im Profilbereich lernen, in den Genuss eines Schüleraustausches kommen.

Auslandsaufenthalt

Durch den Wegfall der 11. Klasse – der sogenannten E-Phase – ist es schwierig geworden, während der Schulzeit ein Auslandsjahr einzuschieben. Wohlgemerkt – nach der 10. Klasse kann jede Schülerin und jeder Schüler ein Jahr ins Ausland fahren, allerdings bedeutet dies eine Verlängerung der Schulzeit. Andere Wünsche – etwa in der 9. oder 10. Klasse zu fahren – müssen mit der Schulleitung besprochen werden. Sollte man sich für ein Jahr nach der 10. Klasse entscheiden, dann ist der Fachbereich behilflich bei der Suche einer Partnerschule und auch bei der Suche nach einer Gastfamilie. Aufgrund der vielen Kontakte ist es immer gelungen, unsere Schüler in Frankreich unterzubringen.

 
   
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