Exerzitien oder geistliche Übungen für Schüler/Innen

 

Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, hatte in seinem Leben die Erfahrung gemacht, dass GOTT – wiewohl ER eben der unbegreiflich Große, ganz Andere ist – in jedem Menschen unmittelbar wirkt. Auf dieses Wirken GOTTES aber reagiert die Seele. GOTT „spricht“ also durch die Bewegungen der Seele, durch Freude und Trauer, durch Ruhe und Unruhe, durch Frieden oder Aufwühlung … Es gibt aber auch die Bewegungen der Seele, die Gottes Wirken zu blockieren versuchen: Der „böse Geist“ kann viele Wurzeln haben, Angst, alte Wunden ... All das geschieht meist wie beim Atmen unbewusst.  Aber der Mensch kann in Übungen lernen, die Regungen der Seele bewusster wahrzunehmen und zu unterscheiden, was GOTT in mein Leben spricht. Da GOTT der Schöpfer ist, zeigt sich sein Wirken immer in Bewegungen, die für den Menschen ein mehr an Leben, an Authentizität, an Ich-Stärke, an Offenheit für andere Menschen, an Reflexionskraft und Beziehungsfähigkeit bedeuten. Es geht also um eine Art des Übens, in der Persönlichkeitsreifung, soziales Lernen und die reflexive Wahrnehmung des Handelns GOTTES in meinem Leben.

Wir bieten in drei Jahrgängen „Oasen“, eine Art Grundalphabetisierung und erste „geistliche Übungen“ für Klassen an, wobei die Teilnahme grundsätzlich freiwillig ist, da „Üben“ im Bereich der Persönlichkeitsreflexion eigentlich nur auf der Basis der Freiwilligkeit funktionieren kann:

In der siebten Klasse liegt der Schwerpunkt auf der Selbstwahrnehmung im Spiegel und im Spiel mit den anderen (am Beispiel der eigenen Klasse); Feedback geben und annehmen; „Ich“ im Ganzen der Klasse; „Ich“ zwischen Wunschrolle und Realität; GOTT  sagt ja zu „mir“.

In der achten Klasse  liegt der Schwerpunkt auf dem Aspekt „Verantwortung übernehmen, für sich und für andere“; Intimität wahrnehmen und schützen; Wo liegen „meine“ empfindsamen Seiten und wie kann „ich mich“ schützen vor Abhängigkeiten oder Süchten; GOTT will „mich“ als freies Ebenbild, als Mitstreiter/In für seine Schöpfung.

In der neunten Klasse ist das Thema der Oase „Wie ich mir mein Leben als junger Mann/als junge Frau vorstelle“; „Meine“ Stärken; Was gibt „mir“ Energie, wo investiere „ich“ Energie, „mein“ Traum von Partnerschaft. Gibt es vielleicht eine erste Idee, was der Ruf Gottes für „mein“ Leben ist?

Vor dem Abitur, an der Schwelle zu den ersten Weichenstellungen, die Schülerinnen und Schüler für sich selbst entscheiden müssen, können Sie auf einer Oase Rückblick halten auf das, was in Familie und Schule bei ihnen grundgelegt wurde. Sie können können für sich und ein letztes Mal gemeinsam Erwartungen klären und sich dabei gegenseitig helfen. Und es geht um Zukunftsängste, Zukunftsträume und die Frage, welche Rolle GOTT in all dem spielen soll und darf.

 

   
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